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Moralische Erpressbarkeit

Pflegekinder werden in Pflegefamilien untergebracht, um dort Familie zu erleben. Familie mit Nähe, Ritualen und Beziehungen. Die Pflegeeltern bieten dem Kind Beziehung an und das Kind entwickelt Beziehungen zu den Pflegeeltern. Das Kind und die Pflegeeltern kommen sich näher, das Kind wird ein wichtiges Mitglied der Familie und die Pflegeeltern empfinden Verantwortung und Liebe. Sie wissen, dass das Kind bei ihnen eine gute Chance bekommen hat, die besonders dann erfolgreich sein kann, wenn die Beziehung der Pflegeeltern und des Kindes nicht infrage gestellt wird und das Pflegekind Geborgenheit in der Pflegefamilie erfahren kann.

Kinder brauchen einen „sicheren Ort“!

Pflegeeltern sind Leistungserbringer im Rahmen öffentlicher Erziehungshilfe, aber auch eine private Familie, die sich für das Kind entschieden hat.

Notwendiger Bestandteil der Entwicklung vertrauensvoller Beziehung ist Verlässlichkeit – sich darauf verlassen können, dass alles so laufen wird, wie es vereinbart und besprochen wurde.

Wenn Pflegeeltern bisher Vereinbartes nicht mehr bekommen, wenn Verträge aufgekündigt, Hilfen gestrichen werden - wenn das, was notwendig war und ist infrage gestellt wird, dann kommen Pflegeeltern in ein Dilemma: Einerseits sind sie verärgert und enttäuscht über die Unzuverlässigkeit des öffentlichen Trägers der Erziehungshilfe, andererseits wissen sie, dass jede Verärgerung und Veränderung von ihnen aus auf Kosten des Pflegekindes geht.

Pflegeeltern wollen ihrem Pflegekind nicht schaden, seine Chance nicht zerstören und lassen sich daher dann auf Bedingungen ein, die unzureichend sind und die sie eigentlich nicht haben wollen. Sie sind vom Jugendhilfeträger enttäuscht, fühlen sich abgeschoben und nicht mehr wertgeschätzt - aber haben eigentlich keine andere Möglichkeit als weiterzumachen, um des Kindes willen.

Die Pflegeeltern werden moralisch erpresst.

Wir plädieren daher dafür, einmal getroffene Vereinbarungen zu erhalten!

Wir plädieren ebenfalls dafür, dass Pflegeeltern sich nicht verpflichtet fühlen müssen, ihr Pflegekind zu adoptieren, sondern den Status als Pflegeeltern beibehalten dürfen. Es ist eine Entscheidung der Pflegeeltern, ob sie ihr Pflegekind adoptieren wollen oder nicht.